Wann und warum eine Immobilienbewertung sinnvoll ist

 

Der Wert einer Immobilie ist keine fixe Zahl. Er hängt von Markt, Lage, Zustand, Nutzung und Timing ab. Genau deshalb ist eine professionelle Immobilienbewertung in bestimmten Situationen nicht „nice to have“, sondern der Unterschied zwischen klaren Entscheidungen und teuren Fehlern.

Diese Seite zeigt Ihnen die häufigsten Gründe, wann eine Bewertung wirklich Sinn macht – und welche Bewertungsart typischerweise zu Ihrer Situation passt.

Eine fundierte Immobilienbewertung schützt vor:

  • falscher Preisstrategie beim Verkauf
  • Konflikten bei Erbteilung und Scheidung
  • zu niedriger Belehnung bei Banken
  • Unsicherheiten bei steuerlichen oder rechtlichen Fragen

 

Die häufigsten Gründe für eine Immobilienbewertung

 

In der Praxis entstehen Bewertungsaufträge fast immer aus einem dieser Anlässe:

 

1) Immobilienbewertung für den Verkauf: den optimalen Marktpreis finden

 

Wer verkaufen möchte, braucht keinen „Wunschpreis“, sondern einen Preis, der am Markt funktioniert.

Typische Risiken ohne Bewertung

  • Zu hoher Preis: geringe Nachfrage, lange Vermarktungsdauer, Preisdruck, „Ladenhüter“-Effekt
  • Zu tiefer Preis: realer Vermögensverlust, der sich nicht mehr korrigieren lässt

Warum eine professionelle Bewertung hilft
Eine fundierte Bewertung berücksichtigt nicht nur Fläche und Baujahr, sondern auch:

  • aktuelle Nachfrage in der Region
  • Zustand und Investitionsbedarf
  • Mikrolage (Lärm, Besonnung, Privatsphäre)
  • Zielkäuferschaft und Zahlungsbereitschaft

Empfohlene Bewertungsart
Marktwert- bzw. Verkehrswert-Einordnung mit Plausibilisierung anhand vergleichbarer Objekte.

 

2) Immobilienbewertung bei Erbe, Erbvorbezug oder Schenkung: Frieden in der Familie sichern

 

Immobilien sind oft der grösste Vermögenswert eines Nachlasses. Genau deshalb entstehen hier schnell Spannungen.

Das Problem

  • Steuerwerte haben oft wenig mit dem realen Marktwert zu tun
  • Ohne neutrale Bewertung fühlen sich Miterben benachteiligt

Warum eine Bewertung hilft
Eine objektive Bewertung schafft eine faire Grundlage für:

  • Auszahlung von Erbteilen
  • Erbvorbezüge und Schenkungen
  • familieninterne Vereinbarungen

Besonderheit
Bei Schenkungen zu Lebzeiten ist eine Bewertung essenziell, um spätere Ausgleichsansprüche sauber zu regeln.

 

3) Immobilienbewertung bei Scheidung oder Trennung: neutrale Fakten statt Emotionen

 

Bei Trennungen ist die gemeinsame Immobilie oft emotional und finanziell stark aufgeladen.

Das Problem

  • Vertrauen zwischen den Parteien ist häufig beschädigt
  • Online-Rechner sind ungenau und vor Gericht nicht belastbar

Warum eine Bewertung hilft
Eine neutrale Bewertung:

  • schafft eine sachliche Grundlage für die güterrechtliche Auseinandersetzung
  • reduziert Konfliktpotenzial
  • wird von Anwälten und Gerichten als Basis akzeptiert

 

4) Immobilienbewertung für Banken, Hypothek und Finanzierung

 

Bei Hypothekarfragen verlassen sich Banken oft auf rein hedonische Modelle.

Die typische Situation

  • Verlängerung oder Erhöhung der Hypothek
  • Finanzierung von Renovationen
  • Neubewertung der Tragbarkeit

Warum eine Bewertung hilft
Eine detaillierte Bewertung berücksichtigt:

  • getätigte Investitionen (Bad, Küche, Heizung, Dach)
  • Zustand und energetische Qualität
  • reale Marktverhältnisse

Das kann sich positiv auf Belehnung und Konditionen auswirken.

 

5) Immobilienbewertung für Steuern, Vermögen und Nachweise

 

Nicht jede Bewertung ist verkaufsbezogen.

Typische Anlässe

  • Vermögensaufstellungen
  • Family-Office- oder Treuhandthemen
  • steuerliche oder strategische Fragestellungen

Mehrwert einer Bewertung
Sie schafft Klarheit und Entscheidungsgrundlagen für alle beteiligten Parteien.

 

Welche Faktoren beeinflussen den Immobilienwert?

 

Unabhängig vom Anlass sind dies die wichtigsten Werttreiber:

Mikrolage

Besonnung, Aussicht, Privatsphäre, Lärmimmissionen, Nähe zu Schulen und ÖV, Quartierqualität.

Zustand und Bausubstanz

Dach, Fenster, Leitungen, Heizung, energetischer Standard, Investitionsbedarf.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Dienstbarkeiten, Wegrechte, Baurechte, Zonenplan, Ausnützungsreserven.

Marktumfeld und Timing

Nachfrage nach genau dieser Objektart, Angebotslage, Zinsumfeld, Zielkäufer.

 

Welche Bewertungsart passt zu welcher Situation?

 

Eine Bewertung ist nur dann sinnvoll, wenn sie auf den Zweck abgestimmt ist.

Faustregel

  • Verkauf: marktorientiert, preisstrategisch
  • Erbe/Scheidung: neutral, nachvollziehbar, konfliktarm
  • Finanzierung: investitions- und zustandsorientiert
  • Steuern/Vermögen: sauber dokumentiert, plausibel hergeleitet

 

Etwas vereinfacht kann man sagen:

 

1. Für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen

 

Die Methode: Vergleichswert- oder Hedonische Methode Hier vergleichen wir Ihr Objekt mit tausenden tatsächlich getätigten Handänderungen in Ihrer Region.

Warum? Bei Wohneigentum entscheidet der Marktvergleich. Faktoren wie Mikrolage, Baujahr und Zustand werden statistisch ausgewertet.

Ihr Vorteil: Sie erhalten einen Marktwert, der genau zeigt, was Käufer aktuell bereit sind zu zahlen.

 

2. Für Mehrfamilienhäuser und Gewerbe (Renditeobjekte)

 

Die Methode: Ertragswertmethode (oft DCF - Discounted Cash Flow) Hier steht nicht das „Wohnen“ im Vordergrund, sondern der finanzielle Ertrag (Mietzinseinnahmen) abzüglich der Bewirtschaftungskosten.

Warum? Investoren rechnen rational. Sie wollen wissen, wie hoch die Rendite auf das eingesetzte Kapital ist. Wir analysieren die nachhaltigen Mieterträge und Diskontierungssätze.

Ihr Vorteil: Eine bankengeprüfte Berechnung, die Investoren die Sicherheit gibt, einen fairen Preis zu zahlen.

 

3. Für Bauland und Entwicklungsprojekte

 

Die Methode: Residualwertmethode Ein Stück Land ist so viel wert, wie das Projekt, das darauf realisiert werden kann.

Warum? Wir rechnen „rückwärts“: Vom potenziellen Verkaufserlös des fertigen Neubaus ziehen wir die Baukosten ab. Was übrig bleibt, ist der maximale Landwert.

Ihr Vorteil: Sie verkaufen Ihr Land nicht unter Wert, weil wir das volle Baupotenzial (Ausnützungsziffer) in die Bewertung einbeziehen.

 

Fazit: Sicherheit durch Klarheit

 

Eine Immobilienbewertung ist mehr als eine Zahl auf Papier. Sie ist ein strategisches Werkzeug.

  • Beim Verkauf maximiert sie den Erlös
  • Bei Erbe und Scheidung schützt sie den Familienfrieden
  • Bei Finanzierungsfragen schafft sie Planungssicherheit

Sind Sie unsicher, welchen Wert Ihre Immobilie aktuell hat oder welche Bewertungsart sinnvoll ist?
Dann klären wir zuerst Zweck, Objekt und Ziel – und empfehlen den passenden Weg.

 

Sie brauchen Klarheit über den Wert Ihrer Immobilie?  

 

Wir freuen uns wenn Sie auf uns zukommen. Unter der folgenden Seite können Sie Ihr Objekt bereits erfassen:

 

Immobilienbewertung: Diskret, präzise & schnell

 

Weiter können Sie uns bei Rückfragen gerne kontaktieren:

 

Kontakt | BECK Real Estate GmbH

 

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

 

Wann ist eine Immobilienbewertung sinnvoll?


Immer dann, wenn eine wichtige Entscheidung ansteht: Verkauf, Erbteilung, Scheidung, Hypothek, steuerliche oder rechtliche Fragen.

 

Reicht eine Online-Bewertung aus?


Nein!  Für Verkauf, Erbe, Scheidung oder Finanzierung meist nicht, da Zustand und Mikrolage unzureichend abgebildet werden.

 

Wie aktuell muss eine Bewertung sein?


Bei dynamischen Märkten sollte sie zeitnah erstellt werden. Bereits nach wenigen Monaten können sich Marktwerte verändern.

 

Welche Unterlagen werden benötigt?


Dazu verweisen wir auf unseren Artikel:

Immobilienbewertung, welche Unterlagen werden benötigt | BECK Real Estate GmbH

 

Beeinflussen Umbauten den Immobilienwert?


Ja, allerdings nicht jede Investition gleich stark. Entscheidend ist, ob Massnahmen markt- und käuferrelevant sind.